Klimaresilienz durch Beteiligung und Zukunftsdenken stärken: Erkenntnisse aus der internationalen FOSTER-Konferenz
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Am 9. Juni 2026 brachte das FOSTER-Projekt politische Entscheidungsträger:innen, Forschende, Vertreter:innen der Zivilgesellschaft und lokale Praktiker:innen aus ganz Europa zusammen, um eine zentrale Frage zu diskutieren: Wie können Gemeinden und Regionen den langfristigen Auswirkungen des Klimawandels durch demokratische Beteiligung und kooperative Governance wirksam begegnen?
Die internationale Online-Konferenz markierte einen wichtigen Meilenstein innerhalb des Projekts und bot Raum, um Erfahrungen, Erkenntnisse und Ergebnisse aus den in den vergangenen zwei Jahren entwickelten lokalen FOSTER-Prozessen zu reflektieren. Gleichzeitig eröffnete sie eine europäische Plattform für den Austausch über partizipative Ansätze zur Klimaanpassung und die Rolle strategischer Vorausschau bei der Gestaltung resilienter Gemeinschaften.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Stefan August-Lütgenau, Direktor der Foster Europe Foundation. Anschließend stellte Rebecca Marconi von der European Association for Local Democracy (ALDA) die Ziele, Aktivitäten und wichtigsten Ergebnisse des FOSTER-Projekts vor. Den inhaltlichen Auftakt bildete die Keynote von Tamara Ehs, die sich mit den Voraussetzungen wirksamer Bürger:innenbeteiligung in der Klima- und Umweltpolitik beschäftigte. Sie betonte insbesondere die Bedeutung langfristiger institutioneller Unterstützung, dauerhafter Beteiligungsstrukturen und geeigneter rechtlicher Rahmenbedingungen, um gesellschaftliche Mitwirkung nachhaltig zu verankern.
Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Erfahrungen aus den lokalen FOSTER-Pfaden. Vertreter:innen der Association of Romanian Municipalities (Rumänien), des Comparative Research Network – CRN (Deutschland), von Foster Europe (Österreich), IASIS (Griechenland), dem Istituto per la Ricerca Sociale – IRS (Italien), NOTUS (Spanien) sowie der Union of Bulgarian Black Sea Local Authorities – UBBSLA (Bulgarien) präsentierten ihre Ansätze zur Einbindung von Bürger:innen und lokalen Akteur:innen in die Entwicklung von Zukunftsszenarien und klimabezogenen Lösungsstrategien. Unterstützt wurden diese Arbeiten durch CEMR und ALDA, die den europäischen Wissensaustausch und die transnationale Zusammenarbeit innerhalb des Projekts förderten.
Die vorgestellten Beispiele verdeutlichten, dass es keinen universellen Ansatz für klimaresiliente Entwicklung gibt. Die lokalen Herausforderungen unterschieden sich erheblich – von urbanen Hitzeinseln über Fragen nachhaltiger Stadtentwicklung bis hin zu Auswirkungen auf Gesundheit, Lebensqualität und öffentliche Räume. Dennoch wurden zahlreiche gemeinsame Herausforderungen sichtbar. Besonders häufig genannt wurden die zunehmende Verwundbarkeit von Städten gegenüber Extremwetterereignissen, die ungleiche Verteilung grüner Infrastruktur sowie die Notwendigkeit, ökologische und soziale Ziele stärker miteinander zu verbinden.
Ein zentrales Thema der Diskussionen war die Rolle strategischer Vorausschau. Die Erfahrungen aus dem FOSTER-Projekt zeigten, dass partizipative Zukunftsprozesse Gemeinden dabei unterstützen können, über kurzfristige Problemlösungen hinauszudenken und langfristige Entwicklungen frühzeitig in ihre Planungen einzubeziehen. Workshops, Szenario-Prozesse und Co-Design-Formate ermöglichten es Bürger:innen, Zivilgesellschaft und Verwaltung, gemeinsam Risiken zu identifizieren und lokal verankerte Lösungsansätze zu entwickeln.
Mehrfach wurde außerdem die Bedeutung von Vertrauen zwischen Bevölkerung und öffentlichen Institutionen hervorgehoben. Erfolgreiche Beteiligungsprozesse entstehen vor allem dort, wo Menschen nachvollziehen können, wie ihre Beiträge in politische Entscheidungen einfließen. Gleichzeitig verwiesen mehrere Projektpartner auf die Herausforderung einer langfristigen Beteiligungskultur. Wiederholte Konsultationen ohne sichtbare Ergebnisse können zu sogenannter „Partizipationsmüdigkeit“ führen. Die Diskussionen machten deutlich, dass Beteiligung dann ihre größte Wirkung entfaltet, wenn sie als dauerhafter Bestandteil demokratischer Governance verstanden wird und nicht nur als zeitlich begrenztes Projektinstrument.
Ergänzt wurden die Projekterfahrungen durch Beiträge externer Expert:innen und Praktiker:innen. Anatolie Risina von Verde e Moldova sprach über die Herausforderungen, Klimaresilienz in einem Umfeld gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit zu stärken. Am Beispiel Moldaus zeigte er, wie wichtig lokales Wissen, gesellschaftliches Vertrauen und aktive Bürger:innenbeteiligung für die Bewältigung komplexer Transformationsprozesse sind.
Oleg Dyakov von Rewilding Ukraine beleuchtete die Verbindung zwischen Biodiversitätsschutz, Klimaanpassung und gesellschaftlicher Resilienz im Kontext des Krieges in der Ukraine. Anhand konkreter Beispiele aus der Ökosystem- und Feuchtgebietsrenaturierung zeigte er auf, wie ökologische Wiederherstellungsmaßnahmen zugleich zur sozialen Stabilisierung und langfristigen Anpassungsfähigkeit von Gemeinschaften beitragen können.
Eine weitere regionale Perspektive brachte Marinela Spahiu von URI Albania ein. Sie stellte Erfahrungen aus dem Climate Bridges Network vor und betonte die Bedeutung von Vertrauen, sektorübergreifender Zusammenarbeit und konkreter Bürger:innenbeteiligung für eine erfolgreiche lokale Klimapolitik. Ihr Beitrag verdeutlichte, wie Kooperationen zwischen Kommunen, Zivilgesellschaft und Bürger:innen dazu beitragen können, klimapolitische Ziele in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.
Die Konferenz bestätigte damit eine zentrale Erkenntnis des FOSTER-Projekts: Klimaresilienz entsteht nicht allein durch technische Maßnahmen oder infrastrukturelle Investitionen. Langfristig wirksame Antworten auf den Klimawandel erfordern Governance-Modelle, die Zukunftsdenken, gesellschaftliche Beteiligung und sektorübergreifende Zusammenarbeit miteinander verbinden. Gerade in einer Zeit zunehmender ökologischer und sozialer Unsicherheiten können partizipative Demokratie und strategische Vorausschau entscheidende Werkzeuge sein, um widerstandsfähige, inklusive und zukunftsfähige Gemeinschaften zu gestalten.
Building Climate Resilience Through Participation and Foresight: Insights from the FOSTER International Conference
On 9 June 2026, the FOSTER project brought together policymakers, researchers, civil society representatives and local practitioners from across Europe to explore how communities can prepare for the long-term impacts of climate change through democratic participation and collaborative governance. The international online conference marked an important milestone in the project, providing space to reflect on lessons learned across the different local pathways developed during the past two years.
The event was opened by Stefan August-Lütgenau, Director of Foster Europe Foundation, while Rebecca Marconi from the European Association for Local Democracy (ALDA) introduced the broader objectives and achievements of the FOSTER project. A keynote contribution by Tamara Ehs set the stage for the discussions by examining the conditions necessary for meaningful citizen participation in climate-related policymaking. Her intervention highlighted the importance of institutional commitment, permanent participatory mechanisms and supportive legal frameworks that enable citizens to contribute to long-term decision-making processes.
A central part of the conference focused on experiences gathered through the FOSTER local pathways. Representatives from the Association of Romanian Municipalities (Romania), Comparative Research Network – CRN (Germany), Foster Europe (Austria), IASIS (Greece), Istituto per la Ricerca Sociale – IRS (Italy), NOTUS (Spain) and the Union of Bulgarian Black Sea Local Authorities – UBBSLA (Bulgaria) shared how they engaged citizens and local stakeholders in exploring future climate scenarios and developing locally relevant responses. The activities were supported by CEMR and ALDA, which contributed to the project's European dimension and knowledge exchange.
Rather than presenting a single model, the local pathways demonstrated a variety of approaches adapted to different territorial realities. Despite these differences, several common themes emerged. Participants repeatedly highlighted the growing pressure that climate change places on urban environments, public spaces, housing systems and community wellbeing. Discussions also underlined the need to combine environmental objectives with social inclusion, ensuring that climate adaptation measures respond to the needs of diverse groups within society.
Throughout the conference, strategic foresight emerged as a particularly valuable methodology. Across the project, foresight exercises enabled communities to move beyond immediate concerns and consider long-term developments that may affect their regions. Workshops, scenario-building exercises and participatory design processes created opportunities for citizens, civil society organisations and public authorities to jointly identify risks and explore practical responses.
The importance of trust and sustained engagement was another recurring topic. Speakers noted that participation processes tend to be most successful when citizens can clearly see how their input influences decisions. At the same time, several project partners pointed to the challenge of maintaining long-term engagement and avoiding participation fatigue. These reflections reinforced the idea that participation should become a permanent element of governance rather than remain limited to individual projects or consultation exercises.
Additional perspectives were provided by invited contributors working on climate governance and environmental resilience beyond the project consortium. Anatolie Risina from Verde e Moldova reflected on the role of citizen participation in strengthening resilience in times of social, economic and geopolitical uncertainty. Drawing on experiences from Moldova, he emphasised the importance of local knowledge and social trust when addressing complex environmental challenges.
Oleg Dyakov from Rewilding Ukraine presented examples illustrating the connection between biodiversity restoration, climate resilience and community recovery in the context of war. His contribution demonstrated how ecosystem restoration initiatives can simultaneously support environmental recovery, social cohesion and long-term adaptation.
The regional perspective was further enriched by Marinela Spahiu from URI Albania, who shared experiences from the Climate Bridges Network. Her presentation highlighted how cooperation between municipalities, civil society organisations and citizens can help translate climate ambitions into practical local action while fostering durable partnerships across sectors.
The conference ultimately confirmed one of the central findings of the FOSTER project: effective climate resilience depends not only on technical expertise and environmental measures, but also on governance models that enable citizens, institutions and local stakeholders to shape future-oriented solutions together. As communities across Europe face increasingly complex climate-related challenges, participatory democracy and strategic foresight can provide valuable tools for building more resilient, inclusive and adaptive societies.

