Grenzüberschreitende Diskussion über die Zukunft der Region Fertő / Neusiedler See
Eine gemeinsame Region mit gemeinsamen Visionen?
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Am 18. März 2026 wurde in Neusiedl am See ein bedeutender Meilenstein für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit rund um den Fertő / Neusiedler See gesetzt. Im Rahmen des FOSTER (Future oriented Solutions Toward Environmental Resilience) Projekts kamen 39 Teilnehmende aus Österreich und Ungarn zusammen, um sich intensiv mit der Zukunft der Region auseinanderzusetzen. Vertreter:innen aus öffentlichen Institutionen, der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft sowie aus der Regionalentwicklung nutzten die Gelegenheit, ihre Perspektiven einzubringen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Die Veranstaltung wurde in Ko-Organisation mit dem Verein Freunde des Neusiedler Sees (https://fertotobaratai.eu/) durchgeführt.
Von Beginn an war spürbar, dass es nicht nur um einen fachlichen Austausch ging, sondern um einen echten Dialog auf Augenhöhe. Besonders hervorzuheben ist dabei die starke Einbindung ungarischer Stimmen, die den Diskussionen eine wertvolle zusätzliche Dimension verliehen. Gerade in einer Region, die durch ihre grenzüberschreitende Natur geprägt ist, wurde deutlich, wie wichtig es ist, unterschiedliche nationale Perspektiven zusammenzuführen und als gemeinsame Grundlage für zukünftige Entscheidungen zu nutzen.
Inhaltlich strukturierte sich der Workshop rund um drei zentrale Themenfelder, die für die nachhaltige Entwicklung der Region von entscheidender Bedeutung sind: Wassermanagement, Biodiversität sowie Tourismus und Landnutzung. Die Beiträge der Expert:innen machten deutlich, wie eng diese Bereiche miteinander verflochten sind. Fachliche Inputs kamen u. a. von Linda Magyar (BESTbelt Projekt), Zoltán Kun (Verein der Großen Seen und Feuchtgebiete) sowie Eszter Buchert (Freunde des Neusiedler Sees). Die komplexen hydrologischen Gegebenheiten des Neusiedler Sees, die empfindlichen Ökosysteme und die zunehmenden Nutzungsansprüche durch Tourismus und Landwirtschaft erfordern ein sorgfältig abgestimmtes, gemeinsames Vorgehen. Dabei wurde auch klar, dass nachhaltige Lösungen nur dann erfolgreich sein können, wenn sie sowohl ökologische als auch soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen.
Bemerkenswert war die Kontinuität im Prozess: Zahlreiche Teilnehmende hatten bereits an früheren Veranstaltungen im Rahmen des Projekts mitgewirkt. Dies sorgte für eine vertiefte Diskussion und ein gemeinsames Verständnis der bisherigen Erkenntnisse. Gleichzeitig zeigte sich eine große Bereitschaft, die Zusammenarbeit auch über das Projekt hinaus fortzusetzen. Viele äußerten den Wunsch, den begonnenen Dialog weiterzuführen und die erarbeiteten Ideen tatsächlich in die Praxis umzusetzen.
Trotz unterschiedlicher Ausgangsperspektiven gelang es, ein geteiltes Verständnis für die wichtigsten Herausforderungen und Chancen zu entwickeln. Gleichzeitig wurden bestehende Netzwerke gestärkt und neue Verbindungen zwischen Akteur:innen geschaffen – eine wichtige Grundlage für zukünftige grenzüberschreitende Initiativen.
Insgesamt hat der Workshop eindrucksvoll gezeigt, dass die Zukunft der Region Fertő / Neusiedler See nur gemeinsam gestaltet werden kann. Die Herausforderungen sind komplex und machen nicht an nationalen Grenzen halt – umso wichtiger ist es, Lösungen gemeinsam zu denken und umzusetzen. Der offene Austausch, die aktive Beteiligung und die gemeinsame Vision bilden dabei eine starke Grundlage für die nächsten Schritte.
Die Veranstaltung hat damit nicht nur konkrete Impulse für die weitere Arbeit geliefert, sondern auch ein klares Signal gesetzt: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist kein optionaler Zusatz, sondern eine zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige und resiliente Entwicklung der Region.
Cross-border discussion about the future of the Fertő / Neusiedler See region
On 18 March 2026, a significant milestone for cross-border cooperation around the Fertő / Neusiedler See region was reached in Neusiedl am See. Within the framework of the FOSTER (Future Oriented Solutions Toward Environmental Resilience) project, 39 participants from Austria and Hungary came together to engage in an in-depth discussion on the future of the region. Representatives from public institutions, civil society, academia, and regional development organisations used this opportunity to share their perspectives and work jointly on potential solutions. The event was co-organised with the association “Friends of Lake Neusiedl” (Fertő Barátai Egyesület).
From the very beginning, it was evident that the workshop was not merely a professional exchange, but a genuine dialogue on equal footing. The strong inclusion of Hungarian perspectives was particularly noteworthy, adding valuable depth to the discussions. In a region shaped by its cross-border character, it became clear how essential it is to bring together different national viewpoints and use them as a shared foundation for future decision-making.
The workshop was structured around three key thematic areas crucial for the sustainable development of the region: water management, biodiversity, and tourism and land use. The expert contributions highlighted how closely interconnected these fields are. Expert inputs were provided, among others, by Linda Magyar (BESTbelt Project), Zoltán Kun (Association of Large Lakes and Wetlands), and Eszter Buchert (Friends of Lake Neusiedl Association). The complex hydrological conditions of Lake Neusiedl, the sensitive ecosystems, and the increasing pressures from tourism and agriculture all require carefully coordinated, joint approaches. It also became clear that sustainable solutions can only succeed if they take ecological, social, and economic aspects into account.
Another remarkable aspect was the continuity of the process: many participants had already been involved in previous events within the project. This ensured deeper discussions and a shared understanding of earlier findings. At the same time, there was a strong willingness to continue cooperation beyond the project itself. Many participants expressed their intention to carry forward the dialogue and contribute to implementing the ideas developed.
Despite differing starting points, the workshop succeeded in creating a shared understanding of the region’s key challenges and opportunities. At the same time, existing networks were strengthened and new connections between stakeholders were established—an essential foundation for future cross-border initiatives.
Overall, the workshop clearly demonstrated that the future of the Fertő / Neusiedler See region can only be shaped through joint efforts. The challenges are complex and do not stop at national borders, making it all the more important to think and act together. The open exchange, active participation, and shared vision provide a strong basis for the next steps.
The event not only delivered concrete impulses for further work but also sent a clear message: cross-border cooperation is not optional—it is a fundamental prerequisite for sustainable and resilient regional development.

