12 Thesen des 12. Danube Participation Day
Die 12 Thesen des 12. Danube Participation Day fassen zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen aus den Stakeholder-Diskussionen zusammen, die im November 2025 in Sarajevo stattfanden. Sie verdeutlichen: Eine gelingende europäische Integration und Erweiterung hängt maßgeblich von der aktiven Einbindung lokaler Gemeinschaften, der Zivilgesellschaft, von Gemeinden sowie jungen Menschen im Donauraum ab – ebenso wie vom kontinuierlichen Dialog zwischen Zivilgesellschaft, öffentlichen Verwaltungen, Forschung, europäischen Institutionen und Wirtschaft.
Die Thesen verstehen sich nicht nur als Zusammenfassung der Diskussionen, sondern als strategischer Impuls für eine stärkere partizipative Governance und demokratische Resilienz im Donauraum.
Die 12 Thesen im Überblick
1. EU-Werte in konkretes Handeln übersetzen
Demokratie, Freiheit und Gleichheit müssen sich im Alltag widerspiegeln – durch transparente Verwaltung, gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, aktive Bürgerbeteiligung und den Schutz von Grundrechten.
2. Simplifizierung von Sprache – ohne Inhalte zu vereinfachen
Verständliche Kommunikation schafft Zugang. Gleichzeitig müssen Tiefe und Komplexität erhalten bleiben. Lernräume und Kompetenzaufbau sind entscheidend.
3. Informationslücken schließen
Viele lokale Akteure wissen nicht, wann und wo sie sich einbringen können. Stärkere Netzwerke und regelmäßiger Austausch sind zentrale Voraussetzungen für wirksame Beteiligung.
4. Physische Räume für Begegnung schaffen
Vertrauen entsteht im persönlichen Austausch. Gemeinschaftsräume sind wichtige Orte für Dialog, Lernen und Zusammenarbeit – insbesondere für junge und vulnerable Gruppen.
5. Programmatische Perspektive stärken (statt reiner Projektlogik)
Projekte sollten Teil einer langfristigen strategischen Vision sein. Makroregionale Strategien bieten dafür Orientierung und Nachhaltigkeit.
6. Partnerschaftsprinzip stärken
Öffentliche Stellen und Zivilgesellschaft müssen auf Augenhöhe zusammenarbeiten – bei Planung, Umsetzung und Monitoring von EU-Mitteln. Das gilt auch für Kandidatenländer.
7. Koordination und Sichtbarkeit der Zivilgesellschaft erhöhen
Starke Netzwerke zwischen kleinen und großen Organisationen erhöhen Wirkung, bündeln Ressourcen und stärken politische Einflussmöglichkeiten.
8. Kommunale Kapazitäten für europäische Zusammenarbeit ausbauen
Gemeinden benötigen qualifiziertes Personal und gezielte Weiterbildung, um EU-Politiken umzusetzen und Fördermittel zu nutzen.
9. In (junge) Menschen investieren
Junge Menschen brauchen echte Mitgestaltungsmöglichkeiten, Perspektiven vor Ort und inklusive Räume für Dialog und Kompetenzentwicklung.
10. Zusammenarbeit auf Augenhöhe und Wertschätzung kulturellen Erbes
Respekt und Gleichberechtigung sind Grundlage jeder Kooperation zwischen EU-Mitgliedstaaten und Kandidatenländern.
11. Die emotionale Dimension der EU-Erweiterung ernst nehmen
Erweiterung ist nicht nur ein technischer Prozess, sondern auch eine Frage von Zugehörigkeit, Vertrauen und gegenseitigem Verständnis.
12. In Vertrauen investieren
Vertrauen ist das Fundament für erfolgreiche Beteiligung und nachhaltige Integration. Partizipative Instrumente stärken demokratische Strukturen und soziale Kohäsion.
Über den Hintergrund
Die Thesen basieren auf den Diskussionen beim 12. Danube Participation Day „Local Voices, European Future“ am 4. November 2025 in Sarajevo und wurden im Rahmen des 14. Annual Forum der EU-Donauraumstrategie vorgestellt.
Der Danube Participation Day wird von der Priority Area 10 „Institutional Capacity and Cooperation“ gemeinsam mit dem Danube Civil Society Forum und lokalen Partnern organisiert.

